Es war von Anfang an ein zentrales Projekt des Roten Wien: Die kommunalisierte Daseinsvorsorge. Ob Kindergärten und Schulen, ob Gesundheitseinrichtungen, der soziale Wohnbau oder der öffentliche Personen-Nahverkehr – seit über 100 Jahren liegt die Verantwortung und Weiterentwicklung dieser Grundinstitutionen in der Hand der Stadt Wien.

Michael Ludwig

International ist es bekannt: Wien kann Daseinsvorsorge. Seit vielen Jahren ist die Stadt weltweit Spitzenreiter wenn es um das Organisieren und Führen einer Stadt geht. Von Wiener Wasser bis hin zur MA 48 sind alle Betriebe auf höchste Effizienz ausgelegt. Eines ist jedoch auch gewiss, Daseinsvorsorge beinhaltet nicht nur Grundbedürfnisse zum Leben sondern fördert den sozialen Zusammenhalt, Lebensqualität, Arbeitsplätze und Wirtschaftliche Entwicklung. In Wien heißt Daseinsvorsorge nicht Überleben sondern Leben, deswegen sind Kultur und Freizeitgestaltung ein ebenso wichtiger Aspekt wie leistbares Wohnen. Der neue Lehrgang Wiener Daseinsvorsorge  verschafft Einblick in die Entwicklung der Daseinsvorsorge in Wien als politische Entscheidung bis hin zu der Frage welche Rolle die öffentliche Hand in Zukunft haben soll und was Wien, auch im internationalen Vergleich, so lebenswert macht.

“Hard Facts”

Der Lehrgang  startet im Herbst 2021 und findet in 13 Terminen statt. Der erste und der letzte Termin ist öffentlich und für alle Interessierten besuchbar. 

 

Im Gespräch mit: Mag.a Renate Brauner, Leiterin Büro für Daseinsvorsorge und Kommunalwirtschaft und GR Mag. Marcus Schober, Direktor der Wiener Bildungsakademie
Wien ist die Hauptstadt der Daseinsvorsorge, egal ob Strom, Wasser, Abfall oder medizinische Versorgung, um nur Beispiele zu nennen, in Wien funktionieren die wichtigen Aufgaben des Alltags von Menschen für Menschen und zwar rund um die Uhr. Diese Tatsache ist mit Grund das Wien so lebenswert ist. Was ist die Geschichte hinter der Idee der Wiener Daseinsvorsorge, seit wann gibt es sie und wie war die Entwicklung in der Vergangenheit?
Dieser Abend stellt den Auftakt des Lehrgangs Wiener Daseinsvorsorge dar und ist öffentlich. Bei Interesse an diesem Thema würden wir uns über eine Anmeldung zum gesamten Lehrgang freuen, denn die folgenden Abende sind nur für Lehrgangsteilnehmer*innen.
Ort: BIZ – Praterstraße 25a – 1020 Wien oder digital

Im Gespräch mit: Mag. Ronald Scheucher, Geschäftsführer Mainland Economic Consultants GmbH und MMag. Peter Wieser, Leiter der MA 23 – Wirtschaft, Arbeit und Statistik
Besonders in Krisenzeiten wir der Ruf nach Interventionen der öffentlichen Hand laut. Öffentliche Gelder sollen dann Markt-getriebene Systeme stützen und Wachstum sichern. Es wird vergessen, dass öffentliches Kapital jederzeit in unserem Land, in jeder Region, in jeder Stadt gemeinsam mit privatem Kapital produktiv ist. An diesem Abend wollen wir die volkswirtschaftliche Bedeutung des kommunalen Sektors beleuchten und dahingehend einige Bereiche in Fokus setzen und Fragen nachgehen wie zum Beispiel wie sehr es öffentliches Engagement im Infrastrukturbereich braucht? Welche Bedeutung hat öffentliches Kapital im Wirtschaftssystem auf das Wachstum unserer Wirtschaft und auf die Beschäftigung? Wie wichtig ist es, dass die öffentliche Hand als sozialer Unternehmer im Bereich der Grundversorgung der Bevölkerung mit Investitionen präsent ist und wie ist die Rolle des öffentlichen Kapitals in der regionalen Entwicklung zusehen?
Dieser Abend ist nur für Lehrgangsteilnehmer*innen zugänglich.
Ort: BIZ – Praterstraße 25a – 1020 Wien oder digital

Im Gespräch mit: MMag.a Heidrun Maier-de Kruijff, Geschäftsführerin Verband der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs – VÖWG und DI.in Iris Stutzmann, Agrarwissenschaftlerin und Referentin der Abteilung Umwelt und Verkehr, AK-Wien
Die Wiener Daseinsvorsorge ist für alle da und macht Wien zu einer der lebenswertesten Städte der Welt, aber was hat Daseinsvorsorge nun mit Europa zu tun? Wie funktioniert Daseinsvorsorge in anderen europäischen Städten und welche Rolle spielt Daseinsvorsorge beim Klimaschutz? Diese und andere Fragen werden am 29. September behandelt.
Dieser Abend ist nur für Lehrgangsteilnehmer*innen zugänglich.
Ort: Dieser Abend findet digital statt

Im Gespräch mit: Ass.-Prof.in Emma Dowling, BA MSc MRes Phd, Institut für Soziologie an der Universität Wien und GR.in Marina Hanke, BA, SPÖ-Wiener Frauenvorsitzende
Es macht sehr wohl einen Unterschied, ob sich kommunale oder private Anbieter*innen um die wichtigen Dinge unseres Lebens wie Wasserversorgung, Energieversorgung, Abwasser- und Müllentsorgung oder Gesundheitsversorgung kümmern. Gibt es auch geschlechterspezifische Aspekte von Daseinsvorsorge und wenn um welche?
Dieser Abend ist nur für Lehrgangsteilnehmer*innen zugänglich.
Ort: BIZ – Praterstraße 25a – 1020 Wien oder digital

Im Gespräch mit: Mag.a Renate Brauner, Bevollmächtigte der Stadt Wien für Daseinsvorsorge und Kommunalwirtschaft und Alexandra Strickner, politische Ökonomin und Mitbegründerin von Attac Österreich
International hat es in den letzten Jahrzehnten Bestrebungen hin zu Privatisierung, Deregulierung und Outsourcing geben. Diese Bestrebungen waren nicht immer zum Wohle der Menschen daher gab es in den letzten Jahren dahingehend ein gewisses Umdenken. Die weltweite Pandemie hat auch dazu beigetragen, dass Menschen verstärkt die Vorzüge einer öffentlichen Daseinsvorsorge sowie einem stabilen Sozial- und Gesundheitssystem erkannt haben. An diesem Lehrgansabend wollen wir auf Internationale Erfahrungen mit Privatisierungen und dessen weitere Entwicklungen eingehen aber auch den Zusammenhang zwischen Daseinsvorsorge und Lebensqualität behandeln.
Dieser Abend ist nur für Lehrgangsteilnehmer*innen zugänglich.
Ort: BIZ – Praterstraße 25a – 1020 Wien oder digital

Im Gespräch mit: Martin Rümmele (angefragt), Journalist und Autor und OAR Gabriele Mörk, (angefragt) Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderat, Arbeitsschwerpunkte Senior*innen und Soziales
Die Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns auf ein gut funktionierendes Gesundheitssystem für alle Menschen unabhängig vom Einkommen verlassen können. Aber auch im Alltag kann man schnell in die Situation kommen durch eine Verletzung, eine schwere Erkrankung oder bei der Pflege von Angehörigen, dass man auf professionelle Hilfe angewiesen ist. In Wien kann man sich auf Spitzenmedizinische Versorgung für alle verlassen. Auch im sozialen Bereich ist der „Fonds Soziales Wien“ für jene Menschen da, die Hilfe und Unterstützung brauchen, da sie sich selbst nicht mehr helfen können.
Dieser Abend ist nur für Lehrgangsteilnehmer*innen zugänglich.
Ort: BIZ – Praterstraße 25a – 1020 Wien oder digital

Im Gespräch mit: Vertreter*in der MA 48 und Mag.a Sylvia Leodolter, Ökonomin und Leiterin der Abteilung Umwelt und Verkehr, AK Wien

Wien zählt zu den saubersten Städten der Welt, aber wem haben wir das zu verdanken und wie funktioniert eigentlich die Abfallentsorgung in der Stadt? Was passiert mit dem Müll und welche Rolle hat die Umwelt? Könnte funktionierende Daseinsvorsorge eine Antwort auf die Klimakrise sein?

Dieser Abend ist nur für Lehrgangsteilnehmer*innen zugänglich.

Ort: BIZ – Praterstraße 25a – 1020 Wien oder digital

Im Gespräch mit: Ing.in Astrid Rompolt, MA, Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderat, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation MA 31, Wiener Wasser und Petra Bayr, MA MLS, Abgeordnete zum Nationalrat und Bereichssprecherin für Globale Entwicklung

Wasser ist die Quelle des Lebens und das Wiener Wasser ist weltweit einzigartig. Das merkt man schnell an der Wasserversorgung beziehungsweise Wasserqualität in anderen Ländern und Städten, in denen Wasser oftmals in Plastikflaschen erworben werden muss, da es nicht von der Leitung getrunken werden kann. Wie funktioniert nun die Wiener Wasserversorgung? Da die Klimakrise mit der Stadtgrenze nicht endet wollen wir uns auch die Frage stellen wie es uns gelingt, die Ozeane, Meere und Meeresressourcen nachhaltig zu erhalten und auch zu nutzen, sodass es zu einer nachhaltigen Entwicklung auch für nachfolgende Generationen kommen kann.

Dieser Abend ist nur für Lehrgangsteilnehmer*innen zugänglich.

Ort: BIZ – Praterstraße 25a – 1020 Wien oder digital

Im Gespräch mit: Anita Zemlyak, (angefragt) Leiterin MA 7 und GR.in Patricia Anderle (angefragt)

Wien versteht sich als eine weltoffene und lebendige Stadt und bietet eine breite Palette von Freizeit-, Kunst-, und Kultureinrichtungen. Diese tragen maßgeblich zur hohen Lebensqualität in dieser Stadt bei.  Das breitgefächerte Angebot an Museen, Theatern, Freiluftfestivals, Bibliotheken und Galerien wird ergänzt durch rund 1000 städtischen Parkanlagen, 1700 Spielplätze, öffentliche Badeplätze und weitere Freiflächen und Sportstätten zur Erholung. Viele dieser Angebote stehen den Wiener*innen kostenlos zur Verfügung.  Um dem immer größer werdenden Bedürfnis der Wiener*innen nach Erholungs- und Freizeiteinrichtungen Rechnung zu tragen, werden  laufend neue Projekte verwirklicht, u.a. eine Eventhalle in Neu Marx für 20.000 Besucher*innen, die Schaffung neuer Parkanlagen bzw. neuer Sportstätten. An diesem Lehrgangsabend wollen wir auf die Bedeutung von Freizeit,- Kunst,- und Kultureinrichtungen als wichtigen Teil der Daseinsvorsorge eingehen und den Zusammenhang zur Lebensqualität behandeln.

Dieser Abend ist nur für Lehrgangsteilnehmer*innen zugänglich.

Ort: BIZ – Praterstraße 25a – 1020 Wien oder digital

 

Im Gespräch mit: Direktorin Wiener Wohnen Mag.a Karin Ramser und Mag.a Michaela Kauer (angefragt)

Welche zentrale Rolle eine soziale Wohnungspolitik für das Wohlergehen der Menschen einnimmt hat zuletzt die COVID-19 Pandemie gezeigt.  Bereits vor der Pandemie hat sich die Situation am europäischen Wohnungsmarkt durch mangelnde öffentliche Investitionen,  Spekulationen, touristische Nutzungen uvm. zugespitzt und  zu einer Verringerung des Angebots an leistbarem Wohnraum geführt. Wien blickt hier auf eine lange Tradition des sozialen Wohnbaus zurück und wird international als Vorbild gesehen. Leistbare Wohnungen mit hoher Qualität stehen einer breiten Bevölkerungsschicht zur Verfügung.  In keiner anderen Stadt gibt es so viele geförderte Wohnungen wie in Wien. Mit über 220.000 Gemeindewohnungen und 200.000 geförderten Wohnungen erzielt Wien hier einen Spitzenwert in der EU. Was macht  Wien im Vergleich zu anderen Städten anders und warum wird Wien für seine Wohnbaupolitik immer als positives Vorbild gesehen?

Dieser Abend ist nur für Lehrgangsteilnehmer*innen zugänglich.

Ort: BIZ – Praterstraße 25a – 1020 Wien oder digital

Im Gespräch mit: Leonhard Plank, Senior Scientist am Forschungsbereich Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik im Institut für Raumplanung der TU Wien und Teil des „Foundational Economy Collective“ und Jana Schultheiss, Referentin für öffentliche Haushalte und Sozialstaat in der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik, AK Wien und im BEIGEWUM (Beirat für gesellschafts-wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen)

Die Pandemie hat gezeigt, dass Städte und Gemeinden eine zentrale Rolle einnehmen, um die gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern. Kommunen verstehen sich als Gestalter der „Alltagsökonomie“, die gleichermaßen Nahversorgung und Daseinsvorsorge umfasst. Alltagsökonomie wird von allen Menschen benötigt und ermöglicht sowohl das Überleben als auch ein gutes Leben. Gesellschaftliche Herausforderungen führen dazu, dass sich die Alltagsökonomie ständig weiterentwickelt.  Dabei werden auch neue Formen der Zusammenarbeit und Themenfelder aufgegriffen und erprobt, wie zum Beispiel die Zusammenarbeit mit Unternehmen, Genossenschaften, Basisinitiativen und Bürger*innen.

Dieser Abend ist nur für Lehrgangsteilnehmer*innen zugänglich.

Ort: BIZ – Praterstraße 25a – 1020 Wien oder digital

 

Im Gespräch mit: DI Thomas Madreiter

Ein lebenswertes Wohn- und Arbeitsumfeld, Nahversorgung, Grünraum, Sportstätten und Naherholungsgebiete, erreichbar in einer zumutbaren Distanz sind die wesentlichen Aufgaben einer modernen Stadtentwicklung und Stadtplanung.  Vor allem wird dem öffentlichen Raum und den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten eine zentrale Rolle zugeschrieben. Der öffentliche Raum steht allen Menschen, unabhängig vom Einkommen zur Verfügung. Gerade die Pandemie, aber auch der Klimawandel zeigen, dass der öffentliche Raum und dessen Gestaltung wesentlich zum Wohlbefinden und zur Gesundheit der Menschen beitragen. Der öffentliche Raum ermöglicht soziale Interaktion, unabhängig von den Lebensumständen und dem Alter der Menschen und dient als erweitertes urbanes Wohnzimmer und Bewegungsraum.

Dieser Abend ist nur für Lehrgangsteilnehmer*innen zugänglich.

Im Gespräch mit: Bürgermeister Dr. Michael Ludwig und Mag.a Renate Brauner, Ing. Christian Meidlinger und Mag. Mario Holzner, Ökonom, Geschäftsführer des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche

Die Menschen konnten sich während der COVID-19- Pandemie darauf verlassen, dass die grundlegenden Dienstleistungen für den Alltag auch in der Krisensituation gut funktionieren. Infrastruktur wie Strom-, Energie- und Wasserversorgung, öffentlicher Verkehr, Müllabfuhr, Abwasserentsorgung, Gesundheitswesen und Kinderbetreuung sind Dinge, die jeder und jede benötigt.  Welche Maßnahmenpakete zur weiteren Finanzierung und des Ausbaus der öffentlichen Infrastruktur sind nötig? Welche Zukunftsthemen müssen in die Weiterentwicklung einer öffentlichen Daseinsvorsorge miteinfließen, Stichwort Klimaschutz? An diesem Lehrgangsabend wird die zukünftige Rolle des Staates und der öffentlichen Hand diskutiert.

Dieser Abend ist nur für Lehrgangsteilnehmer*innen zugänglich.

Artikel aus unserem Blog zum Thema Daseinsvorsorge in Wien

Wohnen in Wien von Karin Ramser

Vom Leben im Gemeindebau Seit der Finanzkrise 2008 legen immer mehr Menschen – jene, die es sich leisten können – ihr Geld in sicherem „Betongold“ an. Wohnungen als Anlageobjekte sind weniger abstrakt als Aktien. Mit fatalen Folgen: Wohnen wird immer

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