Barbara Prammer (11.01.1954 - 02.08.2014)
Barbara Prammer zählt zu den prägendsten politischen Persönlichkeiten der Zweiten Republik. Ihr Weg von einfachen Verhältnissen im oberösterreichischen Ottnang bis an die Spitze des österreichischen Parlaments war geprägt von Beharrlichkeit, sozialer Verantwortung und einem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn. Als Bundesministerin, Nationalratsabgeordnete und schließlich als erste Präsidentin des Nationalrats setzte sie Maßstäbe für Gleichstellung, soziale Teilhabe und demokratische Kultur.
Dieses Projekt widmet sich jedoch nicht nur ihren Funktionen und Ämtern. Es rückt jene Überzeugungen in den Mittelpunkt, die ihr politisches und persönliches Wirken getragen haben: der Einsatz für Frauenrechte, Minderheiten, die LGBTIQ+ Community, der Dialog mit Roma und Romnja und ein klares antifaschistisches Bekenntnis zur Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit. Ihr Vermächtnis zeigt sich bis heute, etwa im Umbau des Parlaments zu einem offenen Haus der Demokratie oder in Initiativen wie der Demokratiewerkstatt, die international Nachahmung findet.
Über Interviews mit Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern öffnet das Projekt einen persönlichen Zugang zu Barbara Prammer. Die Erzählungen machen deutlich, welche Eindrücke sie hinterlassen hat: ihre Verlässlichkeit, ihre politische Entschlossenheit, ihr Humor, ihre Liebe zu Kultur und Familie, aber auch ihre beeindruckende Würde im Umgang mit ihrer Krankheit. Aus diesen unterschiedlichen Perspektiven entsteht ein vielschichtiges Bild einer Frau, die Österreich nachhaltig geprägt hat.
Die Interviewreihe wird laufend erweitert, um weitere Stimmen und Erinnerungen einzubinden. Über die aufbereiteten Videos, Kurzformate und begleitenden Materialien laden wir dazu ein, Barbara Prammer neu zu entdecken: als Politikerin von außergewöhnlicher Integrität und als Mensch, dessen Haltung weit über ihre Zeit hinauswirkt.
