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Filmvorführung DIE KINDER DER SCHWEIGENDEN

Februar 24 @ 18:30 - 21:00

Filmvorführung & Gespräch: Die Kinder der Schweigenden

Mit Regisseur Prof. Fred Turnheim, Filmemacher und Schutzbundkind

Prof.in Mag.a Hannah M. Lessing, Vorstand des Nationalfonds der Republik Österreich für die Opfer des Nationalsozialismus

Dr.in Karin Moser, Zeithistorikerin, Vizedirektorin der Wiener Bildungsakademie

 

Termin: Dienstag, 24. Februar 2026 um 18:30 Uhr Ort: Wiener Bildungsakademie, Praterstraße 25a, 1020 Wien, U1-Station Nestroyplatz

 

Die Wiener Bildungsakademie lädt zur Vorführung des Dokumentarfilms „Die Kinder der Schweigenden“ von Fred Turnheim ein.

 

Überlebende des NS-Terrors haben sich in ihren Familien über die Verfolgung, Folter, Gewalterfahrung, permanente Todesangst und den Überlebenskampf im Konzentrationslager oft ausgeschwiegen. Der Film zeigt, wie schwer es vielen Zeitzeug:innen fiel, ihre Erfahrungen nicht nur öffentlich, sondern auch im engsten Familienkreis weiterzugeben.

 

Ausgangspunkt ist ein Interview mit dem Holocaust-Überlebenden Abba Naor, der über Jahrzehnte hinweg Schüler:innen in Bayern seine Geschichte erzählte, innerhalb seiner eigenen Familie jedoch lange schwieg. Aus diesem Spannungsfeld ergeben sich Fragen, die bis heute von Bedeutung sind: Wie prägt das Schweigen der Eltern die nachfolgenden Generationen? Welche Traumata wirken fort und bestimmen das Leben der Kinder und Enkel:innen? Und wie kann man mit dem Wissen leben, nur durch Zufall überlebt zu haben?

 

Der Film verbindet Zeitzeug:innenberichte, persönliche Familiengeschichten und wissenschaftliche Analysen zu einer eindrucksvollen Reflexion über die Weitergabe von Erinnerungen. Er macht deutlich, dass das Schweigen nicht nur eine Leerstelle, sondern auch eine Form der Übertragung sein kann, die Nachkommen auf ihre ganz eigene Weise prägt.

 

Besonders berührend ist die persönliche Spurensuche des Regisseurs, dessen Großeltern 1943 in Auschwitz ermordet wurden. Durch diese persönliche Dimension gewinnt das Werk eine zusätzliche Tiefe, die die allgemeine historische Aufarbeitung mit einem individuellen Schicksal verknüpft. Die Geschichte der Familie Turnheim steht stellvertretend für viele andere, in denen das Schweigen ebenso präsent war wie das Bedürfnis, sich irgendwann mitzuteilen.

 

„‚Die Kinder der Schweigenden‘ ist mein Versuch, dem Verschweigen Gesichter zu geben. Meine Großeltern Emanuel und Cäcilie Weiss wurden am 9. November 1943 in Auschwitz ermordet; die Tonköpfe, die meine Tante formte, stehen für jene, die zum Schweigen gebracht wurden – und doch nie verstummen.“ – Fred Turnheim

 

Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein Publikumsgespräch statt, das die im Film aufgeworfenen Fragen vertieft und Raum für gemeinsame Reflexion bietet. Dabei soll nicht nur über die Vergangenheit gesprochen werden, sondern auch über die Bedeutung von Erinnerungskultur in der Gegenwart. Wie gehen wir heute, 80 Jahre nach der Befreiung der Konzentrationslager, mit den Geschichten der Überlebenden und ihrer Nachkommen um? Welche Verantwortung tragen wir, die Erinnerung lebendig zu halten, wenn die Stimmen der Zeitzeug:innen eines Tages verstummt sind? Die Veranstaltung möchte dazu beitragen, dass diese Fragen nicht unbeantwortet bleiben, sondern in einem offenen Dialog weitergetragen werden.

Details

  • Datum: Februar 24
  • Zeit:
    18:30 - 21:00

Veranstalter

  • WBA
  • E-Mail kontakt@wiener-bildungsakademie.at

Veranstaltungsort