Hans Hofer: See Grundl – Wasser als Erinnerung, Stimme und Verbindung

Im Rahmen von Turning the Tide entwickelte der österreichische Künstler Hans Hofer im Wiener Local Urban Lab III das filmische Projekt See Grundl, das sich auf vielschichtige Weise mit dem Thema Wasser auseinandersetzt. Ausgangspunkt seiner Arbeit ist die Frage, wie wir Wasser wahrnehmen – als lebensnotwendige Ressource, als Symbol und als etwas, das oft selbstverständlich erscheint, obwohl es zunehmend unter Druck steht.
Zentral für Hofers künstlerischen Ansatz ist der Versuch, Wasser nicht abstrakt zu erklären, sondern über persönliche Perspektiven erfahrbar zu machen. Dafür führte er eine Reihe von Interviews mit Menschen aus unterschiedlichen Lebensrealitäten – aus Sport, Wissenschaft, Kunst und Alltag. Aus diesen Gesprächen entwickelte er ein Drehbuch, das verschiedene Stimmen miteinander verwebt und so einen vielstimmigen Zugang zum Thema schafft.
Die filmische Arbeit verfolgt bewusst keinen belehrenden Ansatz. Vielmehr geht es darum, emotionale Resonanz zu erzeugen und die Zuschauer:innen zu berühren. Authentische Aussagen, verdichtete Zitate und eine klare visuelle Sprache bilden die Grundlage für eine Erzählung, die zum Nachdenken einlädt und gleichzeitig offen bleibt.
Besonders prägend für das Projekt ist die Auswahl der Interviewpartner:innen, deren Perspektiven ein breites Spektrum an Erfahrungen widerspiegeln. So beschreibt etwa die Wassersportlerin Theresa Ferstl Wasser als etwas, das unsere Welt zusammenhält, gleichzeitig aber fragil ist. Angelina Marl, aufgewachsen in einer von Seen geprägten Landschaft, versteht Wasser als Spiegel unserer selbst.
Auch Sebastiano Airelli betont die Verantwortung im Umgang mit Wasser, während Ayham Ayoub dessen verbindende und lebensspendende Kraft hervorhebt – jedoch mit dem klaren Hinweis auf seine Endlichkeit. Der Fotograf Andreas Wenzel richtet den Blick in die Zukunft und formuliert Wasser als zentrale Frage unseres Weiterbestehens.
Eine besondere Rolle nimmt schließlich Reinhard Hofer, der Vater des Künstlers und Meeresbiologe, ein. Seine Perspektive verbindet wissenschaftliches Wissen mit persönlicher Erinnerung und verweist auf unsere Herkunft: „Wir alle kommen aus dem Wasser.“
Aus diesen unterschiedlichen Stimmen entsteht ein vielschichtiges Bild von Wasser – als Ressource, als emotionaler Raum und als verbindendes Element zwischen Menschen, Orten und Generationen.
Die filmische Umsetzung basiert auf einer bewussten künstlerischen Verdichtung: Die Aussagen wurden nicht eins zu eins übernommen, sondern in enger Abstimmung mit den Interviewpartner:innen so gestaltet, dass sie die inhaltliche Essenz bewahren und gleichzeitig einer klaren filmischen Dramaturgie folgen.
Die Premiere des Films fand am 20. Dezember 2025 im LLLLLL Artist Run Space in Wien statt und markierte einen wichtigen Moment im Projektverlauf. Erstmals wurde die Arbeit öffentlich gezeigt und gemeinsam reflektiert. Perspektivisch ist geplant, den Film bei Festivals einzureichen sowie eine breitere Auswertung – unter anderem im österreichischen Rundfunk – zu prüfen.
Im Kontext von Turning the Tide wird deutlich, wie unterschiedlich Menschen Wasser wahrnehmen – und wie stark sich dieses Thema emotional auflädt, sobald Raum für persönliche Perspektiven entsteht. Hans Hofer gelingt es, diese Vielfalt sichtbar zu machen und gleichzeitig eine gemeinsame Ebene zu schaffen.
Seine Arbeit erinnert daran, dass Wasser nicht nur Grundlage unseres Lebens ist, sondern auch Verantwortung bedeutet. Ein Thema, das nicht abstrakt bleibt, sondern uns alle unmittelbar betrifft.

Hans Hofer: See Grundl – Water as Memory, Voice and Connection

As part of Turning the Tide, Austrian artist Hans Hofer developed the film project See Grundl within the Local Urban Lab III in Vienna, approaching the subject of water from multiple perspectives. His starting point is a fundamental question: how do we perceive water – as a vital resource, as a symbol, and as something we often take for granted despite increasing environmental pressure?
At the core of Hofer’s artistic approach is the idea of making water tangible through personal perspectives rather than abstract explanations. To explore this, he conducted a series of interviews with people from diverse backgrounds – including sports, science, art and everyday life. Based on these conversations, he developed a screenplay that interweaves different voices into a layered narrative.
The film deliberately avoids a didactic tone. Instead, it aims to create emotional resonance, inviting viewers to reflect through authentic voices, condensed quotes and a clear visual language.
The selected interview partners represent a wide range of relationships to water. Water sports athlete Theresa Ferstlhighlights its fragility despite its essential role in sustaining life, while Angelina Marl describes water as a reflective surface through which we recognize ourselves.
Sebastiano Airelli speaks about responsibility in dealing with water, and Ayham Ayoub emphasizes its life-giving yet finite nature. Photographer Andreas Wenzel frames water as a central question for our future.
A particularly meaningful contribution comes from Reinhard Hofer, the artist’s father and a marine biologist. His perspective bridges scientific understanding and personal reflection, pointing to a shared origin: “We all come from water.”
Together, these voices form a multi-layered narrative that presents water as a resource, an emotional space and a connecting element across people, places and generations.
The film’s structure is based on artistic interpretation rather than literal transcription. All statements were carefully adapted in collaboration with the participants to preserve their meaning while supporting a coherent cinematic rhythm.
The film premiered on December 20, 2025 at the LLLLLL Artist Run Space in Vienna, marking a key milestone where the work was presented publicly for the first time. Future plans include submissions to film festivals and potential broadcast opportunities, aiming to reach a wider audience.
Within the framework of Turning the Tide, the project reveals how differently water is perceived – and how deeply emotional the topic becomes when personal perspectives are given space. Hans Hofer’s work succeeds in making this diversity visible while creating a shared ground for reflection.
Ultimately, See Grundl reminds us that water is not only the basis of life, but also a responsibility we collectively carry.
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